Rasseportrait


 

Die „Blaugrauen Vogtländer“ dürfen nicht untergehen!

Es gibt es eine schlichte, aber doch so schöne junge Rasse, die einen langen Entwicklungsweg bis zu ihrer
Anerkennung zurücklegen musste und weiterhin tatkräftige Züchter sucht!

Blaugraue Vogtländer

Es handelt sich um die „Blaugrauen Vogtländer“,
die ihre Entstehung dem aktiven Rassegeflügelzüchter
Martin Neudeck aus Wildetaube im Vogtland verdanken.
Martin Neudeck wollte eine Rasse züchten, die durch
eine gedeckte Farbe besser vor Raubwild und Greifvögeln
geschützt sein sollte und seiner Vorstellung nach sollte
diese Farbe „mausgrau“ sein. Bereits in den zwanziger
Jahren begann er mit der Verwirklichung seiner Vor-
stellungen - er benutzte schwarze Rheinländer, Andalusier,
Dominikaner und Welsumer zur Herauszüchtung. Nachdem
man - bedingt durch die Kriegszeit - lange Jahre nichts
mehr von dieser neuen Rasse hörte, zeigte der Heraus-
züchter in den fünziger Jahren die mausgrauen Vogtländer
wieder zu den Siegerschauen.

Damit sich farblich ein bewegteres Bild ergäbe, schlug der Anerkennungsausschuss der Zentralen Zucht-
kommission Martin Neudeck vor, seiner neuen Rasse einen roten Halsbehang anzuzüchten. In langjähriger
Arbeit schaffte er es, mit rebhuhnfarbigen Rheinländern den heutigen blaugrauen Vogtländer zu erzüchten.
Die Anerkennung der Rasse erfolgte 1973 in Leipzig.

Nachdem Martin Neudeck 1980 im Alter von 91 Jahren verstarb, war es sein Zuchtfreund Bodo Zschäck,
der sich dieser schönen Landhuhnrasse widmete - weitere, wenige Züchter gaben die Zucht im Laufe
der Jahre wieder auf - und sie bis heute am Leben erhielt.

Im Gesamteindruck stellen die Vogtländer eine mittelgroße Rasse von Landhuhnform bei mittelhoher Stellung
dar. Die blaugraue Gefiederfarbe passt sich dem Erdboden gut an.

In den einzelnen Rassemerkmalen des Hahnes ist der langgestreckte, kräftige Rumpf zu erwähnen - er soll
leicht abfallend sein und einen langen Rücken mit reichem Sattelbehang besitzen. Mittellang ist der Schwanz,
der etwas aufrecht getragen wird, ohne jedoch in einen Steilschwanz auszuarten. Die Brust soll gut gerundet
sein und der gut entwickelte Bauch zeigt sich ausladend. Lang sind die Flügel - sie werden geschlossen
und anliegend getragen. Leicht aus dem Gefieder hervortretend sind die Schenkel zu sehen. Schieferfarben,
kräftig und mittelhoch sollen die Läufe sein. Das Gefieder liegt straff an - Kissenbildung ist nicht erwünscht.
Die „Blaugrauen Vogtländer“ besitzen einen kräftig entwickelten, mittelgroßen Kopf, der von einem kleinen,
fest aufsitzenden Rosenkamm mit wenig Perlung geziert wird. Das Gesicht ist glatt und rot, es besitzt dunkle
Augen. Der mittellange, leicht gebogene Schnabel ist von dunkler Farbe. Die Kehlklappen sind klein und
gerundet. Klein und weiß werden die Ohrscheiben gefordert, etwas rötlicher Anflug ist noch gestattet.

 

Blaugraue Vogtländer - Hahn Karsten Kannegießer mit Henne
Blaugraue Vogtländer - Hahn Karsten Kannegießer mit Henne

Von den Rassemerkmalen der Henne ist zu erwähnen, dass diese bis auf die geschlechtlichen Unterschiede
dem Hahn gleichen. Interessant an dieser Rasse ist die Farbe - der Hahn zeigt eine blaugraue (mausgraue)
Farbe mit rotgoldenem Hals- und Sattelbehang. Die Hennen besitzen über den ganzen Körper eine gleich-
mäßige blaugraue Farbe, der Halsbehang ist dunkler als das übrige Körpergefieder und nur leicht gezeichnet.

Die Vogtländer Hühner sind spalterbig, was für den Züchter bedeutet, eine reichhaltige Nachzucht aufzuziehen,
da nur etwa 50 bis 60 % der Nachzucht die typische blaugraue Farbe besitzen werden. Und auch bei diesen
Tieren muss man damit rechnen, dass die Farbe nicht den Anforderungen entspricht, weil der Halsbehang
nicht korrekt erscheint oder die Farbe fleckig ist. Es muss also scharf selektiert werden - umso zahlreicher
die Nachzucht, desto besser das Ergebnis.

Bei einem Standardgewicht von 2,0 bis 2,5 kg wird es dem Züchter möglich sein, seine für die Weiterzucht
untauglichen Hähne als Schlachtgeflügel abzusetzen, sofern sie nicht im eigenen Haushalt verbraucht werden.
Die farblich nicht für den Zuchtstamm geeigneten Junghennen finden bei Geflügelhaltern als Legehennen
immer ihren Platz - sind doch die Vogtländer sehr gute Legehühner.

 

Gewicht: 2.000 bis 2.500 g -> Hahn
1.750 bis 2.250 g -> Henne
Bruteimindestgewicht: 55 g
Legeleistung: 180 Eier
Schalenfarbe: weiß
Ringgrößen: 18 -> Hahn
16 -> Henne

 

Wenn auch den Vogtländern eine geringe Brutlust bescheinigt wird, kann man heute doch von einer
„Nichtbrütigkeit“ der Rasse sprechen. Die Kunstbrut und die künstliche Aufzucht wird für die Vogtländer die
geeignetste Methode sein - so kann man den Bruttermin festlegen und dann auch eine zahlreiche Nachzucht
aufeinmal großziehen. Die „Blaugrauen Vogtländer“ sind ein frühreifes und wetterhartes Zwiehuhn. Ein
guter Auslauf sagt der Rasse am meisten zu, was nicht bedeutet, dass dieses Huhn nur bei großen Auslauf-
verhältnissen erfolgreich gezüchtet werden könnte. Die Haltung bei reichlichem Auslauf verbilligt sich
natürlich erheblich, denn die Hühner sind fleißige Futtersucher und sie nutzen bei ihrer Robustheit auch
bei Wind und Wetter jede Gelegenheit aus und streifen im Gelände umher - immer bestrebt, Futter zu finden.

Mit den Vogtländer Hühnern wurde uns eine Landhuhnrasse geschaffen, die wertvolles Kulturgut darstellt
und erhalten werden muss! Noch ist es nicht zu spät.

Rassegeflügelzüchter - Zuchtgemeinschaft Karsten und Angelika Kannegießer
Kiesschachtstraße 67 • 99628 Guthmannshausen
www.blaugraue-vogtlaender.demail@blaugraue-vogtlaender.de
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